PANTHEON ROMA wendet sich an ein Publikum, das sich differenziert mit dem am besten erhaltenen Gebäude der abendländischen Antike befassen möchte: dem PANTHEON in Rom, heute Sta. Maria Rotonda. Der Blickwinkel richtet sich dabei ausschließlich auf das unter den Kaisern Trajan und Hadrian errichtete Bauwerk (114 – 128 n. Chr.), seine ursprüngliche Idee und Konzeption und seine Funktion in der Antike. Mangels literarischer Quellen sind diese Fragen in der Fachwelt noch nicht restlos beantwortet.

Neuere Forschungsansätze aber belegen, dass es ursprünglich als ein „Kosmos en miniature“ angesehen werden kann. Schon in der Antike wurde das Pantheon als eine „Versammlung der Himmel“ bezeichnet (Cassius Dio) und diese Symbolik wird von vielen Interpreten geteilt; eine konsequente Analyse des Gebäudekomplexes auf der Grundlage des antiken Wissenschaftskanons aus Arithmetik und Musik, Geometrie und Astronomie („Quadrivium“) zeigt anhand der neuesten Vermessungergebnisse (Pelletti, 1989), dass metrisch und proportional tatsächlich ein „Abbild des Kosmos“ in den „Raum gestellt“ werden sollte, in dem sogar die Dimension der Zeit zur Anschauung kommt (theoria).

Städele: Pantheon Längsschnitt

Fotos: Theunis Sommersolstitium
Herbstoc

Die Zusammenhänge können daher nur im interdisziplinären Dialog geklärt werden und stellen eine historische Herausforderung besonders deshalb dar, weil bei Anwendung der antiken Gnomon-Theorie (Schattenstab) das geozentrische Weltbild für die Rotunde nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Aus theoretisch zwingenden Gründen muss hier die Darstellung der antiken heliozentrischen Hypothese angenommen werden: die Sonne ist Mittelpunkt des Planetensystems und die Erde ist ein um sie kreisender Planet. Diese Erkenntnis hat 1400 Jahre später noch manche Opfer gefordert (Giordano Bruno, Galileo Galilei).

PANTHEON ROMA möchte den interessierten Leser dazu anregen, die neuesten Forschungsergebnisse durch Vermittlung ihrer Quellen zur Kenntnis zu nehmen, sich an der Diskussion über die Plausibilität der Zusammenhänge zu beteiligen und damit den Erkenntnisprozess kritisch zu begleiten.

Rosenbusch: Längsschnitt mit Tierkreis


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